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+ 90 - 61 | § Gedanken eines neuen Gefangenen

Gedanken eines neuen Gefangenen

 Es vergeht kein Tag, an dem aus der JVA nicht das Stoßgebet zu vernehmen wäre: „Ach, wie ließe es sich in Tegel aushalten, wenn die Ausländer nicht wären. Krach, Lärm, Geschrei und Aggressionen  wäre auf ein Minimum reduziert.“

 Was ist damit gemeint? Hier einige Momentaufnahmen:

   Gespräche, auch wenn sie nah beieinander stehen, werden prinzipiell in einer Lautstärke geführt, die man noch in ihren Heimatländern verstehen könnte.

viel lieber jedoch werden sie über mehrere Stockwerke geführt, obwohl es ohne weiteres möglich ist, sich bei einem Kaffee in der Zelle zu treffen.

 Nachts, wenn man endlich schlafen könnte, ruft garantiert ein Ali seinen Achmed und ein stundenlanges Gespräch, über Dutzende Fenster hinweg, beginnt.

 beim Arzt: Hitze, Enge, viele Wartende. Das hindert zwei Türken nicht daran, ihre Kampfsportübungen zu exerzieren.

 in der Dusche: ein kraftstrotzender Türke kommt herein, wartet, bekommt er Aufmerksamkeit? wenn nicht, knallt er die Tür solange, bis er sie hat.

 Essensausgabe: steht ein Ausländer vor dir, diskutiert er mit den Hausarbeitern, obwohl er weiß, dass sie für den Zustand des Essens nicht können; steht er hinter dir, drängelt er sich vor.

 Gern stehen sie mitten im Weg, zur Seite gehen? nicht drin.

jeder Hauch von Kritik freundlich formuliert, wird als Angriff gewertet und mit dem berühmten Satz „Ich f... deine Mutter.“ quittiert.

 Anfeindungen gegen deutsche Mitgefangene passieren ständig (sie beginnen mit:„geh aus den Weg! schubs den zur Seite!“) dafür reicht es, dass einem die Nase nicht passt.

ein Zugehen auf ausländische Mitgefangene, z.B. durch grüßen, wird mit Verachtung beantwortet

 All das ist eine unzumutbare Geduldsprobe, die als Haftverschärfung zu werten ist. Eine Haftverschärfung, die in keinem Urteil steht.

 Eine jahrelange Haft führt jeden Gefangenen an die Grenzen seiner physischen und psychischen Leistungsfähigkeit. Man hat genug mit sich zu tun. Da ist kein Platz mehr, um sich mit fremden Kulturen auseinander zu setzen, die uneinsichtig sind und mit denen man sich sprachlich kaum verständigen kann. Wenn sich Integration „draußen“ schon als schwierig gestaltet, wie dann erst unter den extremen Bedingungen der Haft?

Natürlich kann eine Auseinandersetzung mit Fremden eine Bereicherung sein. Aber nicht im Knast. Dort braucht jeder seine Energie für sich.

 Willy


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